Connect with us

Hi, what are you looking for?

anothalevel.com

Entertainment

Moskau setzt Hunger bewusst als Kriegswaffe ein

Angesichts der durch den Krieg in der Ukraine dramatisch verschärften Hungerkrise hat die Bundesregierung auf einer internationalen Konferenz in Berlin nach Auswegen aus der Katastrophe gesucht.

Russland setze den Hunger “bewusst als Kriegswaffe ein” und nehme “die ganze Welt als Geisel”, kritisierte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wegen der blockierten Getreideexporte in ukrainischen Häfen. Kurzfristig müssen alternative Exportrouten gefunden und die Nothilfe zum Beispiel für Länder in Afrika aufgestockt werden. Die Konferenz wollte auch langfristige Ernährungssicherungsstrategien diskutieren.

Hungerkrise: 345 Millionen Menschen leiden weltweit

Angesichts der Größenordnung – derzeit leiden 345 Millionen Menschen in 82 Ländern an akutem Hunger – organisierte das Auswärtige Amt die Konferenz gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Entwicklung in Berlin. Es nahmen Delegationen aus 50 Organisationen und Ländern teil, darunter 40 Minister, darunter US-Außenminister Antony Blinken. Baerbock sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit ihren Ministerkollegen Cem Özdemir (Grüne) und Svenja Schulze (SPD), das Interesse an der Konferenz, die auch der Vorbereitung des G7-Gipfels am Sonntag im bayerischen Elmau dienen soll, habe die Bundesregierung sogar noch gesteigert.

Die Hungerkrise türme sich “wie eine lebensbedrohliche Welle vor uns auf”, beschrieb Baerbock die Lage. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe „eine Welle in einen Tsunami verwandelt“. Sie und ihre Ministerkollegen machten deutlich, dass einerseits die als Nahrungsmittellieferant weltweit enorm wichtige Ukraine derzeit kaum in der Lage sei, Getreide zu exportieren, wodurch die Preise in den Ländern Afrikas und des Nahen Ostens explodieren.

Baerbock: Kreml will “anderen die Schuld geben”

Neuerdings kann mehr ukrainisches Getreide per Bahn über Rumänien exportiert werden. Ab Juli ist nun ein täglicher Güterzug geplant, wie Baerbock sagte. Auch andere Routen, beispielsweise über Polen oder die Donau, werden eröffnet. Özdemir machte jedoch deutlich, dass diese Strategie „an ihre logistischen Grenzen gestoßen“ sei, da nicht genügend Lkw und Waggons zur Verfügung stünden. “Wir laufen in einen Engpass und die Preise schießen in die Höhe.”

Baerbock kritisierte, Russland versuche, “anderen die Schuld an den hohen Lebensmittelpreisen zuzuschieben”, das seien aber “Fake News”. Moskau hat wiederholt Russland für die westlichen Sanktionen für die Nahrungsmittelknappheit verantwortlich gemacht. Baerbock betonte jedoch, dass russische Getreideexporte von den Sanktionen ausgenommen seien. Russland blockiert ukrainische Häfen und beschießt Getreidespeicher, sagte sie und verwies auf Gespräche mit der UNO und der Türkei, um die Häfen wieder zu öffnen.

Hitzewelle: In Indien verdorrt Weizen am Stiel

Bei der Berliner Konferenz ging es nicht darum, konkrete finanzielle Zusagen von Gebern für die notleidenden Länder zu erhalten. Ministerin Schulze machte jedoch deutlich, dass Deutschland seine Nahrungsmittelhilfe für dieses Jahr bereits auf rund vier Milliarden Euro aufgestockt habe. Auf der Konferenz im Vorfeld des G7-Gipfels wollte Berlin für weitere Zusagen anderer Geber in den kommenden Wochen werben.

Die Tagung wolle aber auch „über den Tellerrand hinausdenken“, wie Baerbock es ausdrückte. Schulze forderte zum Beispiel, dass Länder in Afrika wieder anfangen sollten, ihre eigenen Lebensmittel zu produzieren und unabhängiger von Importen zu werden. Özdemir warnte davor, dass die Ernährung gesichert werden müsse, ohne andere Krisen wie etwa das Klima zu verschärfen. Er verwies auf Temperaturen um die 50 Grad in Indien, wo der Weizen verdorre, weil das Land die verlorenen Getreideexporte aus der Ukraine ausgleichen müsse.

Baerbock: Muss “diesen Tsunami in den Griff bekommen”

Vor dem russischen Angriffskrieg hatte die Ukraine monatlich etwa fünf Millionen Tonnen Getreide weltweit exportiert. Diese sank in der Folge auf 350.000 Tonnen und lag im Mai erneut bei rund 1,7 Millionen Tonnen, so die Bundesregierung. Özdemir sah jedoch nur begrenztes kurzfristiges Wachstumspotenzial. Und Baerbock sagte: “Uns steht ein Marathon bevor”, “damit wir diesen Tsunami irgendwie kontrollieren können.”

Click to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You May Also Like

Entertainment

Die Formel 1 2022 startet heute in Monaco – das Rennen ist live im TV zu sehen. Wann geht es los? Was ist die...

Entertainment

Pfingstturnier Wiesbaden 2022: Wir versorgen euch mit allen Infos zum Programm, Programmablauf, Übertragung in TV und Stream, Ergebnisse, Teilnehmer und Tickets. 18 Teilnehmerländer,...

Entertainment

Laut FDP-Finanzminister Christian Lindner hat der russische Angriffskrieg in der Ukraine Wind- und Sonnenenergie zu Energien der Freiheit gemacht. Die extreme Beschleunigung liegt aber...

Entertainment

Seltenes Spektakel: Mit etwas Glück könnten Bewohner der westlichen Hemisphäre heute Nacht einen dichten Meteoritenschauer mit Dutzenden von Sternschnuppen pro Sekunde sehen. Auslöser sind...

Copyright © 2022 aboutvigorelle.com.